Elsässische Sprache – Eine kleine Einführung in unseren Dialekt

"Elsässisch ist eine Mischung aus Französisch und Deutsch" Diese Behauptung, die Sie vielleicht schon einmal gehört haben, ist völlig...falsch ! Lassen Sie es mich in diesem Artikel erklären.
Was ist Elsässisch?
Das sogenannte Elsässisch ist ein germanischer Dialekt wie Bayerisch, Sächsisch oder Schweizerdeutsch. Jahrhundert mit der Übersetzung der Bibel in die Volkssprache kodifiziert wurde.
Kleine Geschichte der elsässischen Sprache
Trotz der Annexion des Elsass durch Frankreich im Jahre 1681 war das Elsässische bis zum Zweiten Weltkrieg die Sprache der überwiegenden Mehrheit der Elsässer, ungeachtet der wechselnden Nationalitäten. Nur eine kleine städtische und frankophile Minderheit benutzte ab dem 18. Jahrhundert Französisch, aber der Dialekt war nie verboten und die Schriftsprache war Deutsch.
Seit den 1970er Jahren wird der Dialekt in den Familien nicht mehr weitergegeben, insbesondere infolge des Kriegstraumas (das die deutsche Sprache mit dem Nationalsozialismus in Verbindung brachte…) und der Assimilationspolitik der Republik (das berühmte “Es ist schick, Französisch zu sprechen”, das in den 1950er Jahren in den elsässischen Straßen angebracht wurde…), aber viele Elsässer verstehen, sprechen und benutzen ihn im Alltag.

Der elsässische Dialekt in der heutigen Zeit
Heute ist Deutsch nicht mehr die Schriftsprache der Elsässer, und jeder beherrscht Französisch. Es besteht also kein Risiko, dass ein Besucher aus dem “Binnenland Frankreich” etwas missversteht! Aber wenn Sie Ihre Ohren spitzen, können Sie diese raue, aber singende Sprache vom Norden bis zum Süden des Elsass hören. Die Erosion der Nutzung ist im Süden stärker als im Norden, bei den Jungen stärker als bei den Alten, in der Stadt stärker als auf dem Land. Wenn Sie Elsässisch hören möchten, werden Sie bei einer älteren Person in einem Dorf im Outre-Forêt mehr Glück haben.
Der Dialekt ist übrigens nicht einheitlich und unter der Bezeichnung Elsässisch findet man in der Tat fränkische (im Elsass Bossue und Outre-Forêt) und alemannische (im Rest der Region) Dialekte und jedes Dorf hat fast seine eigene Variante. In Wirklichkeit sind die Ähnlichkeiten eher auf einer Ost-West-Achse zu finden: Im Sundgau und in Basel, in Colmar und in Freiburg, in Straßburg und in Kehl, in Wissembourg und in Karlsruhe wird die gleiche Sprache gesprochen. Trotz einiger Unterschiede im Wortschatz (für Kartoffeln spricht man in Straßburg und im Nordelsass von Grumbeere und überall sonst von Ardäpfle!) und in der Aussprache (ein Auto kann je nach Ecke Waawe, Waaga oder Wöje sein! Sie ermöglicht den Elsässern eine einfache Kommunikation mit ihren Nachbarn in der Pfalz, in Baden, in der Schweiz und in Österreich.
Die elsässische Sprache findet sich auch im Radio (insbesondere auf France Bleu Elsàss), im Fernsehen, auf den Speisekarten der Restaurants (die Schweinshaxe ist in Wirklichkeit ein Wädele!), auf Straßenschildern (die Grand Rue in Straßburg erhält ihren Namen Langstross zurück) und in einer sehr lebendigen Theatertradition.

Jahrhunderts entdecken die Elsässer langsam den Wert ihrer Sprache wieder, sowohl vom Standpunkt des Kulturerbes aus als auch als Brücke zur deutschen und englischen Sprache. Aber der Einfluss des Französischen ist größer als je zuvor. Wenn ein Dialektsprecher ein elsässisches Wort nicht kennt, sagt er es meistens auf Französisch. Dies führt manchmal zu einer Sprache, die für ungeübte Ohren wahrscheinlich unverständlich ist, in der die beiden Sprachen in der gleichen Rede oder sogar im gleichen Satz wie “Ich hàb de Portable verlore. Ich weiß nicht mehr, wo es ist. Ich wurr verruckt! Dies kann den Eindruck erwecken, dass es sich um eine Mischung von Sprachen handelt. Hören Sie also gut zu und seien Sie nicht beleidigt, wenn die Elsässer vor Ihnen Dialekt sprechen… das gehört dazu 😉

Elsässisches Lexikon für Anfänger
Möchten Sie ein paar Worte Elsässisch lernen? Hier ist ein Überlebenslexikon für den Anfang:
- Güete Morje: Guten Morgen (am Morgen)
- Salü bissàmme: Hallo Gesellschaft!
- Bonchour: Guten Tag (zu jeder Zeit)
- Bis bàll: bis bald
- Wenn’s beliebt: s’il vous plait
- Danke vielmols: Vielen Dank (und niemals “Danke”!).
- S’esch eso: c’est comme çà (Ausdruck des elsässischen Fatalismus)
- Effektiv! Ja, das ist richtig, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja.
- Scheeni Wihnàchte / Oschtere: Frohe Weihnachten / Frohe Ostern
- Ich bin e Innerfranzos wie do in ihrem Dorf verlore esch, un ich wott gern wisse wie ich weder uff Strossburi fàhre kànn: je suis un Français de l’Intérieur perdu dans votre village et j’aimerai savoir comment rentrer à Strasbourg (niveau expert :-P)
Elsässisch lernen
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